Fragen und Antworten
Frage:
Ich bin seit fast einem Jahr mit meinem Partner zusammen. Wir sind im Mai
schon zusammengezogen. Bis ungefähr Juni hat er mich in jeder freien Minute
gedrückt und geküsst und das auch in der Öffentlichkeit. Es war ein
wunderschönes Gefühl begehrenswert zu sein. Unsere Freunde und Verwandte fanden
das immer sehr schön und meinten dass wir ein echtes Traumpaar sind. Er hat mir
jeden Tag sehr viele SMS geschrieben dass er mich vermisst und sich freut mich
abends wieder zu sehen und was man sonnst als verliebtes Paar so schreibt. Nun
ist das seit ca. 6 Wocchen kaum noch der Fall. Wenn er zur Arbiet geht, gibt er
mr gerade mal einen Kuss auf die Wange und kommt auch seltener an um mich
einfach mal in den Arm zu nehmen. Dieser Part kommt nur noch von mir, ich "muss"
regelrecht einen Kuss "einfordern". Ich habe mit ihm auch schon darüber
gesprochen und er sieht es aber nicht so "dramtaisch" wie ich. Ist es natürlich,
dass einen der Alltag so schnell einholt und man dem Partner automatisch weniger
Zunegung schenkt, als in der "Werbungsphase"?
Antwort:
Man könnte meinen, dass es ein Naturgesetz gibt,
nach dem die Sexualität mit der Zeit flacher wird.
Aber das stimmt nicht. Was fehlt, ist das
Bewusstsein, dass Sexualität (und Zuneigung) eine
spirituelle Ebene haben. Und die Spiritualität
vertieft sich mit der Zeit. Die Lösung ist also, die
Liebe und Sexualität zu hegen und zu pflegen und in
Rituale einzubetten.
Sich verabreden, sich Zeit
nehmen, eine Kerze anzünden, entspannende oder
energetisierende Musik auflegen, also einen Rahmen
schaffen, der beiden hilft, in die Tiefe zu
gehen.
Das ist der tantrische Weg, auf dem die Liebe und
die Sexualität mit der Zeit immer tiefer werden.
Frage:
habe keine lust zumsex!!! ich fühle nichts dabei und komme auch nicht zum
orgasmus!
Antwort:
Kurze Antwort: Dich viel bewegen, den Körper fit und
fühlfähig machen, Atemübungen, Margot Anand's Buch
lesen, oder einen unserer Wochenendskurse buchen.
Das hilft.
Frage:
Wie kann man sein Leben genussvoller gestalten?
Vor lauter Arbeit ist meine einzige Freude
momentan ein gutes Essen und ein Gläschen Wein dazu,
meiner Freundin geht es ähnlich. Urlaub ist auch
nicht in Sicht. Wie kann man noch etwas mehr Genuss
ins Leben bringen, das kann doch nicht alles sein?!
Antwort:
Die
Entspannung braucht
Termine in Deinem
Kalender, die ebenso
hohe Priorität haben,
wie Deine
Geschäftstermine --
sonst wird das nichts.
Manchmal aber helfen
auch Anregungen durch
Seminare und Workshops
zum persönlichen
Wachstum. Mir hat zum
Beispiel das Tantra die
Augen geöffnet und mein
Leben ist dadurch
wirklich ekstatisch
geworden. Ich möchte
nicht wieder zurück.
Schau mal nach den
Büchern von Margot Anand
oder suche neue
Anregungen in unseren
Wochenendsseminaren.
Frage:
Was wird bei tantra genau gemacht und wie fühlt man sich?
man hört tantra überall aber man traut sich nicht jemand zu fragen. nun
stelle ich die frage hier.
Antwort:
Das neuere Tantra, auch manchmal Neotantra genannt, integriert alte
hinduistische und buddistische Rituale und Lehren mit modernen Methoden der
Körperarbeit. Es geht auf Margot Anand und Osho zurück. Mehr Info findest Du
unter Tantra.htm. Dort findest Du auch
Info darüber, was Tantra mit Sexualität zu tun hat.
Tantra München
Frage: Wenn es Ihnen recht ist, würde ich Sie zur Einleitung
gern um eine einfache Definition des Tantraweges bitten.
Antwort: Ich würde sagen, Tantra ist ein Weg, der Menschen
die Möglichkeit bietet, Sexualität als ein Tor zu höheren Bewußtseinszuständen
zu sehen. Eine weitere Definition, die ich habe, ist die, daß es ein
Mittel ist, die vielen widersprüchlichen Aspekte der Persönlichkeit
zum Zwecke der Bewußtseinserweiterung in ein einheitliches Ganzes zu
verweben. Das Schöne an Tantra ist, daß es ein spiritueller, ein Erleuchtungs-Weg
ist. Es ist jedoch einer der seltenen spirituellen Wege, der Sexualität
nicht ausschließt, sondern lehrt, daß Sexualität ein Tor zu persönlicher
Erleuchtung oder zum Erwachen sein kann. Wie Sie wissen, haben sehr
viele spirituelle Traditionen, ganz besonders das Christentum, gelehrt,
daß man Sexualität entweder überhaupt sein lassen oder sich zumindest
dessen bewußt sein muß, wenn man erleuchtete Zustände erreichen will,
daß sie den niederen Bereichen angehört. Man muß sich "oberhalb der
Gürtellinie" bewegen. Mit dem, was "unterhalb der Gürtellinie" ist,
soll man sich nicht befassen. Deshalb schätze ich Tantra so sehr. Es
ist ein Ansatz, bei dem der ganze Mensch einbezogen wird.
Frage: Warum, glauben Sie, ist Tantra in den letzten ca. zehn
Jahren in den Vereinigten Staaten und in Europa so populär geworden?
Antwort: Ich meine, der Grund für die Popularität ist der, daß wir
uns langsam von der christlichen Tradition heilen, die eine vollständige
Trennung zwischen Leib und Seele lehrte und die uns die Vorstellung
einflößte, daß wir mit der Erbsünde geboren sind - das Lächerlichste,
was ich je gehört habe. Die Kirche und die an der Macht Befindlichen
waren alle an einer Art Verschwörung zur Bewahrung der anti-ekstatischen
Haltung, in der wir leben, beteiligt, denn wenn Menschen durch Schuld
und Scham im Zaum gehalten werden, schneidet man ihnen damit die vitalste
und mächtigste Kraft und Energie ab, die Energie des Orgasmus, die direkt
das Tor zu unserem kreativen Wesensanteil öffnet. Wenn man Menschen
davon abschneidet, verzagen sie, und dann kommen sie und möchten, daß
man ihnen sagt, was sie tun sollen, und sie erwarten dann, daß man als
Vermittler zwischen ihnen und Gott fungiert.
Wenn
man die Traditionen, aus denen wir kommen, untersucht, stellt man fest,
daß sich die Macht der Kirche ein, zwei Jahrhunderte nach Christus durch
die Apostel und die Schriften des Neuen Testaments entwickelte. Und
die Assoziierung mit Schmerz, Leiden, Martyrium und Opfer war ungeheuer
stark. Also wurde es allmählich als ehrenhafter angesehen, zu leiden,
ein Märtyrer zu sein und sich zu opfern, als Freude zu empfinden.
Deshalb
betone ich in meinem Training für Liebe und Ekstase immer die Mythologie
und Kosmologie der tantrischen Perspektive, die Vermählung von Shiva
und Shakti, Bewußtsein und Energie, Leben und Seele. Das ist eine sehr
viel mehr lebensbejahende und pro-ekstatische Einstellung als die der
jüdisch-christlichen Tradition. Aus dieser Vereinigung zwischen männlich
und weiblich, die ein kreativer und erotischer Akt ist, werden alle
Formen des Universums geboren. Ich meine, wir sind nun an einem kritischen
Punkt angelangt, und es ist eine holistische Betrachtung von Spiritualität
vonnöten, die den Körper, die Emotionen und auch unsere Sexualität mit
einschließt.
Tantra
ist auch deshalb so populär, weil wir in bezug auf unsere Sexualität
heil werden müssen. Die negative Seite davon ist, daß Tantra unglücklicherweise
sehr oft mißverstanden wird, speziell in Amerika. Jahrelang wurde Tantra
einfach als in sexueller Hinsicht heil zu werden und als Sinnesbefriedigung
mißverstanden. Viele sogenannte Tantra-Lehrer und -Bewegungen und auch
die vornehme Gesellschaft Hollywoods, wo ich - wie Sie wissen - unterrichtete,
meinen, man müsse nur vier Stunden lang den G-Punkt stimulieren und
ein paar Drogen nehmen, dann erreiche man Erleuchtung und das sei dann
Tantra. So ist es nicht. Es gab da ein großes Mißverständnis, nämlich
das Gefühl, daß wir nach einer so langen Zeit sexueller Unterdrückung
jetzt den Garten der Freuden betreten und eigentlich alles tun können,
was wir wollen - Orgien feiern, f…, blasen und alle diese Dinge - natürlich
mit viel mehr Bewußtsein als früher. Auch das ist nicht Tantra. Ich
glaube also, daß es sehr wichtig ist zu betonen, daß tantrische Spiritualität
mehr ist, als sich in Sexorgien zu ergehen.
Frage: Sie sprachen über Furcht und Scham bezüglich Sex und
den Körper, die das Vermächtnis unseres christlichen Erbes sind und
die trotz der sexuellen Revolution der 60er Jahre nach wie vor tief
in unserer Kultur verwurzelt sind. Einer der wichtigsten Aspekte Ihrer
Arbeit ist, wie mir scheint, die Tatsache, daß Sie Menschen effiziente
Werkzeuge an die Hand geben, mit denen sie diesen Ängsten, der Scham
und den Schuldgefühlen, die oft so repressiv und destruktiv sind, begegnen
und sich davon befreien können.
Antwort: Ja. Nun, es ist interessant zu verstehen, wie das Konzept
der Erbsünde tatsächlich in unser religiöses Denken Eingang fand:
Der
heilige Augustinus war ein sehr frommer Mann, glaubte an Gott und verspürte
schon sehr jung den Wunsch, in die Kirche einzutreten, Priester zu werden
und zölibatär zu leben. Aber er hatte auch eine sehr starke Sexualität
und viel sexuelle Energie. Sein ganzes Leben lang kämpfte er erfolglos
gegen seine Libido an. Und eigentlich gab es fast keinen Tag, an dem
er widerstehen konnte; er mußte sich selbst befriedigen und sich so
Erleichterung verschaffen. Der heilige Augustinus litt wirklich sehr,
aber er war sehr aufrichtig und konnte nicht verstehen, warum er es
nicht schaffte, trotz seines großen Wunsches, mit Gott zu sein und zu
traszendieren, warum der Drang seiner triebhaften Libido ihn immer so
peinigte, und warum er damit immer auf eine Art und Weise umgehen mußte,
wie er es eigentlich nicht wollte. Daraus ergab sich für ihn der Schluß,
daß da etwas in uns ist, das bereits vor der Kontrolle existiert, die
wir durch unsere mentalen und spirituellen Kräfte erlangen können, und
das nannte er "Erbsünde". Dieses Konzept führte er in die Kirchendoktrin
ein, wo es als sehr nützliches Instrument für die Kirche eingesetzt
wurde.
Dann
ist da auch die Kluft zwischen männlich und weiblich, wobei das Patriarchat
grundsätzlich die Oberhand erhielt und alles Weibliche als zweitrangig
betrachtet wurde. Es gibt so viele Mythen in unseren religiösen Traditionen,
die einfach lächerlich sind, zum Beispiel den Mythos von Adam und Eva
oder den der Jungfrau Maria. Wie hätte Maria als Jungfrau gebären können
und warum eigentlich?
Meiner
Einschätzung nach kann es keine wahre Spiritualität geben, wenn nicht
völlig neu überdacht wird, daß Gott ein männliches und ein weibliches
Gesicht hat, daß es Mutter und Vater gibt, und daß beide gleich notwendig
und gleich wichtige Archetypen sind, die uns helfen, die Gesamtheit
Gottes zu verstehen, der selbstverständlich jenseits von beiden Geschlechtern
ist.
Letztendlich
wird das Erwachen einer Spiritualität, die Sexualität mit einbezieht,
immer vordringlicher. Es ist das Verständnis, daß es jetzt möglich ist
und daß es "attraktiv" ist, eine direkte Gotteserfahrung zu haben, daß
es tatsächlich möglich ist, einen "spirituellen Orgasmus" - so würde
ich es nennen - zu haben, und daß Erleuchtung durch diese Erfahrung
des spirituellen Orgasmus stattfindet. Im Playboy war ein Artikel von
Deepak Chopra mit der Fragestellung: "Hat Gott einen Orgasmus?" Der
Titel gefällt mir. Ich glaube, daß es möglich ist, durch die Erfahrung
des Orgasmus eine Erfahrung von Ekstase zu haben, die dann einen Zugang
für die Erfahrung des Göttlichen schafft. Natürlich bedarf es einiger
Praxis und Einsicht, aber die Menschen beginnen jetzt immer mehr zu
verstehen, daß wir keinen Priester, keinen Mittelsmann brauchen. Es
ist nicht notwendig, uns Spiritualität als einen "Ort" vorzustellen,
wo man sonntags in die Kirche geht - wo man die Sünden beichtet und
sie kurz darauf wiederholt. Wir brauchen spirituelle Lehrer, die uns
einweihen, aber das ist etwas anderes als mit der Einstellung zu einem
katholischen Priester zu gehen: "Sage mir, was ich tun soll. Befreie
mich von meinen Sünden." Das ist kindisch. Und all das kommt daher,
weil die Kirche Schmerz höher bewertet hat als Freude, weil sie das
Fleisch von der Seele getrennt hat. Und das wird uns von unseren Eltern
und Großeltern nach wie vor vermittelt.
Frage: In The Art of Sexual Ecstasy schreiben Sie über
einige Personen, die durch die sexuellen Praktiken, die Sie lehren,
eine Menge Macht erlangt haben. Denn Sex ist eine so große Kraft, daß
die Tatsache, daß man sie beherrscht, anstatt von ihr beherrscht zu
werden, auf die eine oder andere Weise natürlich sehr viel Selbstvertrauen
gibt.
Antwort: Es gibt in diesem Land eine Frau in einem Topjob als Konzernchefin.
Derzeit ist sie in meinem ein Jahr dauernden Trainingsprogramm. Sie
sagt, daß die Fähigkeit, ihre Yoni (so nennen wir das weibliche Geschlechtsorgan)
mittels der Techniken, die wir im Training praktizieren, von Spannungen
zu reinigen, ihr Verständnis unglaublich erweitert hat. Bis dahin war
es für sie immer schwierig gewesen, Verantwortung für wichtige Kunden
zu übernehmen, weil sie immer das Gefühl hatte, daß sie versagen würde.
Sie meinte, als Frau die Situation nicht zu beherrschen und nicht genug
Kraft zu haben. Als sie sich gereinigt hatte und in der Lage war, zu
sehr viel tieferen Ebenen des Orgasmus vorzustoßen und in der Folge
auch ihren Partner zu führen und ihm mitzuteilen, wie er ihr das geben
konnte, was sie sexuell brauchte, stellte sie fest, daß sie jetzt über
die volle Kraft verfügte. Sie konnte in ihre Firma zurückgehen und sehr
viel mehr Verantwortung annehmen und an weit größere Aufgaben herangehen.
Sie schrieb das ihrer Fähigkeit zu, Zugang zu einer tieferen Kraft des
Orgasmus zu finden und diese Kraft durch die anderen Chakren,
die Energiezentren, kanalisieren zu können.
Dieses
Anwachsen der Kraft hat viele Gestalten. Erst dachte ich, daß es Inhalt
meines Trainings für Liebe und Ekstase sein würde zu lernen, mehr, bessere
und tiefere Orgasmen zu haben. Aber wir stellten fest, daß es im Leben
nicht einfach darum geht, mehr Orgasmen zu haben, sondern in jedem Augenblick
orgiastisch zu sein.
Außerdem
stellte ich fest, daß die meisten kreativen Menschen, Innovatoren und
Visionäre dieses Landes, die eine gewisse Bedeutung haben, heimliche
Ekstatiker sind. Sie alle pflegen ekstatische Zustände in ihrem Leben,
viele mittels Tantra, andere mittels anderer Methoden. Aber sie sprechen
einfach nicht darüber, weil sie wissen, daß sie die Presse im Nacken
hätten oder nicht respektiert oder ernst genommen würden, wenn sie es
täten - und manche arbeiten im Weißen Haus oder haben wichtige Positionen.
Also machen alle auf cool, aber in Wirklichkeit tut es jeder.
Frage: Die zunehmende Popularität von Tantra hat bewirkt, daß
es in der Vorstellung vieler Menschen nur mit Sex gleichgesetzt wird
und nicht mit einem umfassenden spirituellen Weg. Was würden Sie Menschen
sagen, die dieser Betonung von Sex im Tantra kritisch gegenüberstehen?
Antwort: Nun, es gibt viele Tantrawege. Ich bin eindeutig eine Anhängerin
der traditionellen tibetischen Methode, die sagt, daß diese sexuellen
Praktiken geheimzuhalten sind, da sie ungeheuer viel vorbereitende Schulung,
Reinheit und spirituelle Praxis voraussetzen, bevor ein Mensch tatsächlich
vorbereitet ist, das Thema sexuellen Tantras in Angriff nehmen zu können.
Nun haben Menschen, die in unserer Kultur beheimatet sind, diese Vorbereitung
nicht durchgemacht, aber alle führen das Wort "Tantra" auf den Lippen,
weil sie durch einen ausgedehnten Orgasmus während des Liebesakts eine
glückselige Erfahrung gemacht haben. In Wahrheit aber muß man sich reinigen,
das Wichtigste überhaupt ist die Reinigung, um tatsächlich zu der spirituellen
Dimension ekstatischer Freiheit vorzudringen und dann auch beim Geschlechtsakt
dort zu bleiben. Andernfalls bleibt man mit der Energie des Orgasmus
hängen und das Ego bläht sich auf - "Oh, das ist etwas Besonderes; das
ist super; jetzt habe ich mehr Macht; jetzt habe ich dich und du hast
mich." Sehen Sie, solange man auf den ersten drei Chakren bleibt,
sitzt man fest. Man steckt fest in Abhängigkeit, Bedürftigkeit, Eifersucht
und all dem Mist. Um das transzendieren zu können und zu höheren Chakren
zu kommen, ist ein intensives spirituelles Erforschen notwendig und
gleichzeitig die Entwicklung der Fähigkeit, die sexuelle Energie zu
kanalisieren. Idealerweise meine ich damit einen Prozeß, in dem beides
parallel getan werden kann.
Osho,
einer meiner größten Lehrer und Meister, sagte, daß Sex wie die Frucht
eines Baumes ist. Wenn die Frucht reif ist, fällt sie vom Baum, sie
braucht nicht mehr länger auf dem Baum zu bleiben. Er sagte, daß man
wirklich an die Wurzel dessen gehen muß, was sexuelle Energie ist, man
muß sie voll erforschen, sie vollständig auskosten. Dann wird man sie
transzendieren. Diese Methode besteht darin, Sexualität zu durchleben,
Sexualität voll auszuleben und diese Energie dann zu nehmen und sie
in alle anderen Bereiche des Seins zu lenken.
Frage: Sie sagen, Tantra sei ein Weg, bei dem unbedingt mehr
als nur sexuelles Vergnügen beabsichtigt ist?
Antwort: Ja. Die Energie sexuellen Genusses kann, wenn sie durch
die Chakras geht, das Bewußtsein transformieren. Aber man könnte
sich fragen: Und der spirituelle Bereich? Ich würde sagen, daß für manche
Menschen ein Punkt kommt, wo sie aufgrund ihrer früheren Leben und ihrer
karmischen Situation ihre Sexualität kennengelernt, verstanden und genossen
haben und sie ihnen jetzt nicht mehr so wichtig ist. Osho meinte damit,
daß an einem bestimmten Punkt der spirituellen Entwicklung eines Menschen
das intensive Interesse für die Sexualität nachläßt. Dann ist man davon
nicht mehr so stark abhängig. Man braucht es nicht mehr so sehr. In
mir erhebt sich immer öfter das Gefühl, daß ich frei bin. Freiheit bedeutet
für mich, daß ich ebenso glücklich und zufrieden bin, wenn ich mit meinem
Partner zusammen bin, wie wenn ich allein bin. Ich brauche nicht die
Sicherheit von etwas Fixem und Festgelegtem im Sinne eines sexuellen
Menüs oder sexueller Praktiken. Manchmal ist es da, und dann ist es
ungeheuer intensiv und unglaublich erleuchtend, und manchmal ist es
nicht da, und dann ist es meine Aufgabe, ohne Sexualität in meinem Leben
genauso offen und erleuchtet zu sein. Letztlich münden alle Flüsse in
den Ozean.
Und
in der Liebe kommt es nicht nur auf Sex an. Mit oder ohne sexuelle Glückseligkeit,
letztlich ist doch alles ein Ausdruck der Liebe zum Selbst. Je tiefer
man sich selbst lieben kann, im wahren Sinne des Wortes, desto tiefer
kann man Gott lieben. Der Mensch ist ein Geschöpf Gottes, und wenn man
einen tollen Orgasmus erlebt, dann genießt man die Freude, mit dem Göttlichen
verbunden zu sein. Man kann also einen Orgasmus mit Sex oder ohne Sex
erleben. Ekstase kann man genauso gut durch Meditation oder Tanz erfahren.
Auch das kann wie ein Orgasmus sein. Mehr noch, während man in der ekstatischen
Freude der Freiheit des Geistes ruht, scheint der sexuelle Orgasmus
manchmal nur ein armer Verwandter dieses Gefühls unbegrenzter Freiheit
zu sein. Spirituelles Erwachen schließt alles ein und transzendiert
alles. Es ist weit, unermeßlich, so als würde sich das Bewußtsein über
die Grenzen des Körpers ausdehnen. Der sexuelle Orgasmus andererseits
wurzelt in Fleisch und Blut. Vielleicht könnte man sagen, man braucht
starke Wurzeln - und Sex ist eine solche starke Wurzel -, um fliegen
zu können.
Frage: Traditionellerweise, wie Sie sagten, mußte ein Mensch
sehr viele vorbereitende Praktiken hinter sich gebracht und einen gewissen
Grad an spiritueller Reife nachgewiesen haben, bevor er in die tantrischen
Sexualpraktiken eingeweiht wurde. Im tibetischen Buddhismus zum Beispiel,
der eine starke tantrische Tradition hat, sagt sogar der Dalai Lama,
daß er persönlich nicht die spirituelle Ebene erreicht hat, die notwendig
ist, um Tantra-Praktiken wirklich mit einer Partnerin auszuführen. Was
halten Sie davon, daß zuerst ein beachtlicher Grad an spiritueller Reife
unter Beweis zu stellen ist, wenn Tantra ernsthaft als spirituelle Praxis
angesehen werden soll?
Antwort: Die Antwort des Dalai Lama ist sehr wahr und legitim. Ich
könnte genau wie er sagen, daß ich diese Ebene auch nicht erreicht habe.
Ich glaube, der Dalai Lama hat eine Mission, die ihm sicher nicht gestattet,
sich ausschließlich auf tantrische Sexualpraktiken mit einer Partnerin
zu konzentrieren, nicht wahr? Die Tantra-Praxis erfordert Konzentration,
Zeit und Hingabe. Es ist ein sehr tiefgehender Prozeß. Es besteht die
Tendenz, von der Welt weggeführt zu werden, und der Dalai Lama hat eine
große Mission in der Welt. Und je größer die Mission ist, desto weniger
Zeit bleibt für die Pflege von sexuellen Tantra-Praktiken. Wenn man
ein Boddhisattva ist, widmet man sich der Erleuchtung aller Wesen.
Natürlich würde ein Tantriker sagen: "Ich widme meine Orgasmen der Erleuchtung
aller lebenden Wesen!" Die Praxis des Dalai Lama ist das volle Engagement
für den Dienst am gesamten tibetischen Volk. Das bedarf einer sehr großen
Opferbereitschaft und ungeheuren Mitgefühls. Man muß auf viele Freuden
verzichten. Und letztlich macht das auch nichts. Auch ich habe häufig
erlebt, daß ich auf vermutlich noch größere tantrische Freuden verzichten
mußte, weil ich anderen Menschen, meiner Arbeit oder meinem eigenen
dharmischen Weg (spirituelles Lehren) zur Verfügung stehen mußte.
Ich habe also auch viele Opfer gebracht - aber das ist in Ordnung; ich
beklage mich nicht.
Frage: Ich möchte noch einmal auf den Punkt zurückkommen, daß
sexuelles Tantra, als authentische spirituelle Praxis betrachtet, eine
ernsthafte Methode ist, die Vorbereitung und Engagement verlangt - nicht
eine Sache, die man zum Beispiel an einem Wochenende ausprobiert.
Antwort: Ja. Und in dieser modernen hektischen Zeit ist eine solche
Vorbereitung nicht immer möglich. Sehr, sehr oft bin ich darauf hereingefallen,
Verliebtheit mit Spiritualität zu verwechseln, total in jemanden verliebt
und völlig vom Vajra (männliches Geschlechtsorgan) und der Yoni
usw. gesteuert zu sein. Das habe ich sehr, sehr oft gemacht, bis ich
dadurch förmlich ausbrannte und schließlich verstand, daß die höhere
Praxis auf einer anderen Ebene zu finden ist. Jetzt habe ich ganz klare
Grenzen und Parameter, und ich sage meinen Tantra-Partnern, die mit
mir üben möchten, daß das die Spielregeln sind - und so können wir die
Energien rein erhalten.
Frage: Und die Menschen, die zu Ihren Workshops kommen?
Antwort: Ich habe immer alles befolgt, was jeder Meister, mit dem
ich gearbeitet habe, gelehrt hat - und es waren einige. Tantra zu unterrichten
habe ich mir nicht ausgesucht; auch das muß man wissen. Ich wurde
auf den Weg gebracht. Ich wurde ausgeschickt, es zu tun. In dieser Ausbildung
liegen Magie und Übertragung, die über jede logische Erklärung hinausgehen.
Was soll ich sagen? So ist es eben. Es hat so sein sollen. Ich habe
volles Vertrauen, und wenn jemand es bei dieser einen Ebene beläßt und
weggeht und nicht mehr daran denkt, dann war es das eben. Sie haben
ein bißchen davon. Wenn sie den ganzen Weg gehen, super. Wenn sie aber
diese Praxis wirklich verstehen wollen, werden sie so tief gehen, daß
es kein Zurück mehr gibt.
Frage: Warum Tantra und nicht Meditation oder andere spirituelle
Techniken? Der Meister für sexuellen taoistischen Yoga, Mantak Chia,
sagte neulich in einem Interview, daß man "entweder 100.000 Stunden
beten oder die (sexuelle) Energie entlang der Wirbelsäule hochführen
kann." Sind Sie auch dieser Meinung? Ist es wirklich so einfach?
Antwort: Nun, meine Antwort darauf ist, daß Tantra alle unsere Energien
aktiviert. Und wenn die sexuelle Energie durch die einzelnen Chakren
geführt wird, können durch den Partner Ebenen der Ekstase, Zustände
des Verschmelzens mit und des Aufgehens im Göttlichen erreicht werden,
die so stark sind, daß ich sicher sagen würde, Tantra ist eine Abkürzung.
Für Mutige, die bereit sind, Risiken einzugehen, ins Feuer zu springen
und sich mit sehr vielen unangenehmen und schwierigen Teilen ihres Wesens
auseinanderzusetzen, ist es sicher eine Abkürzung. Es ist ein Weg, in
dem sehr viel Kraft liegt. Es ist kein leichter Weg, wenn man ihn in
seiner Totalität auf sich nimmt, und er bedeutet nicht einfach nur sexuellen
Genuß - "wir wollen lange Orgasmen" und so. Ich würde in der Hinsicht
mit ihm übereinstimmen, daß die Fähigkeit beschleunigt wird, sich mit
dem Göttlichen zu verbinden. Aber ich bin auch der Meinung, daß es möglich
ist, durch Meditation und andere Praktiken Zugang zu Erfahrungen zu
bekommen, die genauso ekstatisch und erfüllend sind wie die sexuelle
Erfahrung. Sie sehen, man kann an der Wurzel beginnen und in die Krone
gehen, oder man kann an der Krone beginnen und an die Wurzeln gehen.
So manifestieren sich die beiden Funktionen des menschlichen Wesens,
nämlich die Erde mit dem Himmel zu verbinden und den Himmel mit der
Erde. Bis zu einem gewissen Grad bin ich also auch dieser Meinung, aber
ich würde auch sagen, daß die tieferen Ebenen der spirituellen mystischen
Erfahrung genauso stark und wunderbar sind wie ein sexueller Orgasmus
- wenn nicht noch mehr.
Frage: Es würde mich interessieren zu erfahren, was Sie von
der Praxis des Zölibats halten - speziell im Hinblick darauf, daß viele
der größten spirituellen Meister aller Zeiten enthaltsam gelebt und
für Enthaltsamkeit plädiert haben.
Antwort: Auf dem Weg des Tantra entdeckt man die heilige Vermählung
zwischen der inneren Frau und dem inneren Mann. Dann braucht man keinen
Sex mehr mit einem anderen Menschen, denn es passiert im Inneren. Als
es mir passierte, war ich absolut zufrieden und wurde abstinent. Das
Problem dabei war, daß mich immer wieder ein Mann aus meiner Abstinenz
herauslockte und ich schließlich der Versuchung erlag. Aber ich habe
erlebt, was es sein kann. Man ist in einem Zustand, wo es keinen Wunsch
mehr gibt, wo es nicht mehr heißt "Ich muß dies haben" oder "Ich muß
jenes haben". Ich würde sagen, es war schon etwas ganz Besonderes.
Ich
glaube, Enthaltsamkeit darf keinesfalls erzwungen sein. Meiner Meinung
nach macht die Kirche einen großen Fehler, was das Zölibat betrifft,
genauso wie die Lehren, die sagen, man muß enthaltsam leben, um einen
spirituellen Weg zu gehen. Ich meine, wenn Enthaltsamkeit das Ergebnis
davon ist, daß die Frucht reif ist und vom Baum fällt, dann ist sie
richtig, denn der Mensch hat ein volles Leben hinter sich, und hat wirklich
etwas verstanden und kann daher anderen helfen. Aber wenn Menschen ihre
Sexualität unterdrücken, weil sie auf dem spirituellen Weg sind
- dann ist das sehr gefährlich. Osho sprach oft von Gandhi, der bis
zum Ende seines Lebens von sexuellen Gedanken und Träumen heimgesucht
wurde. Schließlich versuchte er, zwischen zwei Jungfrauen zu schlafen,
in der Annahme, daß deren Gegenwart vor und hinter ihm ihn vielleicht
irgendwie von seiner Obsession befreien würde. Wenn Sexualität einfach
abfällt und man vollkommen damit zufrieden ist und aus tiefster Seele
"Ja" dazu sagt, dann ist es richtig so, dann ist Enthaltsamkeit oder
Zölibat o.k. Wenn das aber nicht so ist, wenn eine Autorität von außen
oder eine religiöse Lehre sagt, daß das der einzuschlagende Weg ist,
dann vergiß es. Dann wirst du Sexualität nie loswerden. Sie wird immer
in der einen oder anderen Form an deine Tür klopfen.
Ich
sehe aber auch, daß das Zölibat einen großen Vorteil hat, weil man sich
von der Beschäftigung mit allen weltlichen Dingen entfernen kann, die
mit Sex zu tun haben und die die Tendenz haben, dich zu binden, dich
bedürftig, eifersüchtig werden zu lassen usw. Wenn man sich ein für
alle Mal nicht darum kümmert und sich davon entfernt, dann ist die Möglichkeit,
daß man auf spirituelle Dinge fokussieren kann, wahrscheinlich weitaus
größer. Ich sehe das also als große Chance, aber wie gesagt, es muß
zur rechten Zeit und mit der entsprechenden Reife geschehen.
Frage: Osho lehrte, daß der Moment des sexuellen Orgasmus ein
"energetisches Ereignis" ist, das mit einer mystischen Erfahrung verglichen
werden kann. Und einige Traditionen setzen sexuelle Ekstase mit spiritueller
Glückseligkeit gleich oder bringen sie damit in Beziehung. Aber man
kann es auch so sehen, daß es eine falsche Parallele ist, und daß diese
beiden Zustände gleichzusetzen einerseits eine Heiligsprechung von etwas
bedeutet, das tatsächlich eine physische und biochemische Erfahrung
ist, oder das Materialisieren und Reduzieren von etwas in Wirklichkeit
Unaussprechlichem. Von diesem Standpunkt aus gesehen kann eine Gefahr
darin liegen, diese Erfahrungen in beiden Fällen nicht klar als das
zu erkennen, was sie wirklich sind. Wenn man versucht, sie zusammenzubringen,
und sagt, daß sie dasselbe sind -
Antwort: Ja, das glaube ich auch ... nun, ich würde sagen, es kommt
auf den Grad an. Wissen Sie, der Grad sexueller Erleuchtung, den ein
Mensch erleben wird, unterscheidet sich nicht vom Niveau seiner persönlichen,
seiner spirituellen Entwicklung. Es hängt immer alles zusammen. Nichts
ist getrennt. Wenn ein Mensch zum Beispiel aus dem ersten Chakra
lebt, dann ist sein Hauptanliegen das Überleben, wieviel Geld man verdienen
kann und dergleichen, und seine Art von Sex wird das widerspiegeln.
In seiner Sexualität nimmt er nur und gibt nichts. Es gibt so viele
Orgasmen wie Sterne am Himmel.
Die
Schlüssel dazu sind zum einen, die Wunden, die Scham und die Schwierigkeiten
im Zusammenhang mit Sexualität zu heilen, und zum anderen die Fertigkeiten
wonnevollen Liebens zu erlernen, die ich ausführlich erkläre, und zu
lernen, klar, objektiv und ohne Scham und Schuldgefühl über deine Empfindungen
zu sprechen. Das ist an sich bereits ein riesiger Lernschritt im intimen
Austausch. So kann ich meine Beine öffnen, und mein Partner kann mich
ansehen und lernen, wie er genau den richtigen Punkt meiner Klitoris
unter meiner liebevollen Anleitung berührt, so lange, bis er es genauso
gut macht wie ich selbst. So kann ich mich voll Vertrauen ein, zwei
Stunden in seinen Händen gehen lassen; es wird völlig zur Meditation,
und gleichzeitig bin ich total entspannt und doch auch völlig erregt.
Das ist einfach eine wunderbare Art und Weise, sich gegenseitig Liebe
zu geben. Könnten wir uns etwas Besseres geben?
Das
ist an und für sich schon eine Fähigkeit, aber wir sind noch nicht auf
der spirituellen Ebene. Wir nähern uns an. Wir haben gelernt, die Wunden
zu reinigen. Wir haben die Fertigkeiten der Liebe erlernt. Im Laufe
dieses Prozesses haben wir gelernt, tief intim und viel liebevoller
miteinander zu werden. Wir haben gelernt, die Orgasmen zu verlängern.
Der nächste Schritt wäre, den Geschlechtsakt als Ritual, als Gebet zu
beginnen, wo man meditiert und das Göttliche im Partner verehrt. Man
projiziert Göttlichkeit in den Partner und weiht den gemeinsamen Moment
der Glückseligkeit dem Göttlichen in jeder Form und in jeder Gestalt
- zum Beispiel für die Heilung des Planeten. In der sexuellen Tantra-Praxis
kann man, wie ich bereits sagte, den Orgasmus der Erleuchtung aller
Wesen widmen oder der Heilung eines Kranken. Es ist dein Beitrag zur
Transformation des Planeten, denn wir sind alle miteinander verbunden.
Und wenn immer mehr Menschen Orgasmen haben und sexuell geklärt sind
und immer mehr Menschen es so machen, werden wir irgendwann eine kritische
Masse erreichen, und jedes Mal, wenn jemand es macht, heilt er sich
selbst und trägt zur Heilung des Planeten bei.
In einem
gewissen Sinn erreichen also Liebende, die höhere sexuelle Praktiken
ausführen und das Physische mit dem Spirituellen verbinden, letztlich
Shunyata, wo Leere und Form miteinander verschmelzen. Um diese Erfahrung
mit dem Geliebten zu erreichen, wenn man sich physisch verbindet und
die kosmische Freude in der Wirbelsäule aufwärts zirkuliert, transzendiert
man das Ego, transzendiert man die Person, transzendiert man männlich/weiblich,
man transzendiert alles. Man ist zu zweit an demselben Punkt, an dem
man in tiefster Meditation alleine ist. Das ist es.
Frage: Ich habe über die allgemeine Ansicht im Tantra nachgedacht,
daß sexuelle Sehnsucht und sexuelle Ekstase essentiell dasselbe sind
wie spirituelle Sehnsucht und spirituelle Ekstase. Unter uns Kollegen
fingen wir an, in Zweifel zu ziehen, daß diese beiden Erfahrungen wirklich
dasselbe sind. Was passiert im Augenblick sexueller Befriedigung, das
zu der Schlußfolgerung Anlaß geben könnte, es wäre dasselbe wie eine
spirituelle Erfahrung? Da ist Glückseligkeit, Frieden, Erleichterung;
der quengelnde Verstand wird ruhig. Und dann erkannten wir, daß diese
Erfahrungen in beiden Fällen auftreten - aber aus gänzlich unterschiedlichen
Gründen. In der spirituellen Erfahrung ruht das Ego zeitweise; es ist
still, weil es sich in einem Zustand der Unterwerfung befindet. In der
sexuellen Erfahrung ist das Ego vorübergehend zufriedengestellt; die
Kraft des "Ich möchte", das Ego, setzt vorübergehend aus, weil es zufriedengestellt
worden ist. Ist es möglich, daß diese beiden Erfahrungen verwechselt
worden sind - daß sie sich oberflächlich ähneln mögen, daß sie aber
tatsächlich gar nicht dasselbe sind?
Antwort: Nun, in der Frage liegt ein Mißverständnis, und ich würde
gerne darüber sprechen. Sehen Sie, sie unterscheiden sich nicht, und
ich möchte erklären warum. Weil man eine sexuelle Erfahrung haben kann,
die genau das ist - einfach nur die Befriedigung des eigenen Egos. Wenn
sie jedoch lange genug andauert, geht man darüber hinaus. Mit anderen
Worten, deine Verbindung mit Gott ist sicher anders, wenn du eine Liebesbegegnung
hattest, die fünf Stunden dauerte und während der du neun Orgasmen hattest,
als wenn jemand nach zehn Minuten in dir ejakuliert hat. Ich meine,
seien wir doch ehrlich. Es gibt sehr viele verschiedene Ebenen, genauso
wie es viele Ebenen der Verwirklichung in der spirituellen Praxis eines
Menschen gibt. Menschen können ihr ganzes Leben lang ein Mantra plappern,
und man könnte sagen, daß sie es als Krücke verwenden, um weiterzuschlafen.
Das ist kein Erwachen.
Dasselbe
gilt für Sex. Er kann als Krücke verwendet werden oder zum Erwachen.
Das Mißverständnis liegt in der Ebene, auf die man die sexuelle Erfahrung
stellt. Letztlich sehe ich es so: Wenn man zuläßt, daß sich die sexuelle
Erfahrung vom Sex wegbewegt, wenn die Energie im Fluß der Bewegungen
durch die Körper wandern kann, erhöht durch die Kraft der Sonnenenergie,
die durch beide Wesen strahlt, durch das tiefe Verschmelzen, Sich-gehen-lassen
und mitfühlende Ineinander-Zerfließen der zwei Wesen, die sich im Moment
dieses orgastischen Kreislaufs vollständig sehen und verstehen - und
über diesen Moment hinaus im Ausdruck ihrer eigenen Wahrheit erkennen,
im Ton und in der Musik dieser Wahrheit, in der Wahrnehmung ihrer Energiefarben
und in Visionen und Mustern, die ihre Gehirne tatsächlich erleuchten,
und wenn sie schließlich das Gesamte dem Göttlichen überlassen und Segnungen
durch das Göttliche empfangen - wird die sexuelle Erfahrung dann in
jenen Momenten tantrischer Praxis, obwohl sie sexuell vereint sind,
zu etwas anderem. In gewissem Sinne sind sie über Sex hinausgegangen.
Die Geschlechtsorgane sind nur Werkzeuge, die das Tor zu anderen Dimensionen
öffnen, so wie jede andere Praxis oder die Rezitation eines Mantras
oder Hatha Yoga Werkzeuge sind, um das Tor zu anderen Dimensionen zu
öffnen. Auf dieser Ebene sind sie allerdings Werkzeuge, die sehr viel
Geschick erfordern, die voraussetzen, daß die Partner Hatha Yoga bereits
gemeistert haben, daß sie eigentlich bereits mein gesamtes Buch beherrschen,
bevor sie dahin gelangen können. Es ist also nicht nur ein einfaches
Werkzeug. Tatsächlich kann der sexuelle Akt lediglich die Erfüllung
der Ego-besetzten Persönlichkeit bleiben, aber er kann auch etwas ganz
anderes sein.
Frage: Sie sagen, er kann es sein, muß aber nicht.
Antwort: Er kann es sein, wenn die Menschen die entsprechende Ebene
von Verständnis, Arbeit, Engagement und Praxis erlangt haben. Sie müssen
auf all diesen Ebenen bereits zu Harmonie gelangt sein, damit sie der
Energie gestatten können, durchzufließen, ohne von bestimmten Knoten
blockiert zu werden. Die müssen sie zuerst auflösen, damit sie nicht
durchdrehen oder plötzlich zu streiten anfangen. Ich meine, es gibt
Zigtausende von Dingen, durch die man durch muß, bevor man den Zustand
der perfekten Dimension erreicht, in der Form und Formlosigkeit miteinander
verschmelzen. Ich meine, das ist so etwas wie eine höhere Praxis!
Frage: So wie Sie es jetzt sagen, hört es sich tatsächlich
wie eine ernsthafte Praxis an.
Antwort: Das ist es auch; aber ich sage Ihnen ganz ehrlich, daß ich
auch selbst nicht sehr oft Gelegenheit finde, es zu tun. Und mit den
vielen Partnern, die ich hatte, geschah es wenige Male, mit den meisten
nur in bestimmten Momenten, daß wir diese Ebene erreichten. Ich würde
sagen, daß es im Kali Yuga (im dunklen Zeitalter), in dem wir leben,
fast unmöglich ist, es regelmäßig zu erreichen. Denn das würde Partner
voraussetzen, die sich darin einig sind, daß es sich dabei um einen
spirituellen Weg handelt, den sie gemeinsam beschreiten, die daran glauben,
daß sie den Willen Gottes erfüllen, die ihre Tantra-Praxis integrieren
können und die von den Ansprüchen der heutigen westlichen Welt nicht
zu sehr behelligt werden. Der Gedanke, möglicherweise in die Welt von
Arbeit und Hektik involviert und gleichzeitig ein aktiver Lehrer zu
sein, ist extrem schwierig. Heutzutage ist es eine sehr große Herausforderung,
all diese vielschichtigen Bereiche ausfüllen zu können. Es ist sehr
schwierig, auf der Ebene, von der ich spreche, in den Tantra-Praktiken
Kontinuität zu schaffen - sehr schwierig. Sehen Sie sich nur um; Sie
werden nicht viele sogenannte Tantra-Lehrer finden, die in der Lage
sind, tatsächlich ein Niveau zu halten, auf dem sie eine Art stabiler,
gerundeter und fortgesetzter Harmonie im Leben zu zweit zu schaffen
vermögen. Die Harmonisierung der Tantra-Praktiken in der Tiefe, wie
ich sie meine, findet in diesen Zeiten, bei gleichzeitiger Verwicklung
in die Belange des Alltäglichen, keinerlei Unterstützung. Man müßte
sich praktisch in ein Kloster zurückziehen, um das tun zu können. Genau
das mache ich, wenn ich von Zeit zu Zeit in meiner Wohnung Tantra praktiziere.
Frage: Es ist interessant, hier weiter zu schauen: Wir sprechen
davon, die Grenze zwischen einer Therapiemethode und ernsthafter spiritueller
Praxis zu überschreiten.
Antwort: Die Therapie selbst wirkt auf dem Ego-Niveau, sie wirkt
auf die Wunden, das Leiden und die Schwierigkeiten, so lange, bis eine
bestimmte Ebene geschaffen ist, um die Person in das normale Leben einzugliedern.
So verstehen wir heute Therapie und Psychologie. Wenn man an dieser
Stelle angelangt ist, beginnt Spiritualität.
Frage: Beziehungsweise, sie kann beginnen.
Antwort: Sie kann.
Frage: Aber das Ziel spiritueller Praxis bedeutet wirklich
etwas. Es bedeutet -
Antwort: Es bedeutet in erster Linie loszulassen, vieles aufzugeben.
Für jemanden, der sich der hohen tantrischen Praxis auf dem Niveau,
über das ich spreche, verschrieben hat, würde es bedeuten, daß zum Beispiel
die Sorge um Geld, Erfolg oder das Anhäufen von Besitz aufgegeben werden
muß, die Sorge, die sich die ganze Zeit mit nichts anderem als dem bloßen
Überleben beschäftigt.
Frage: So wie Sie das jetzt sagen, klingt es, als wäre Tantra
ein Weg der Entsagung.
Antwort: Nun, ich glaube, irgendwie ist es das.
Frage: Sie waren mehrere Jahre lang Therapeutin, und jetzt
haben Sie auch eine Rolle als spirituelle Lehrerin. Sehen Sie einen
Unterschied zwischen diesen beiden Rollen?
Antwort: Nun, ich war nie ein Mensch, der sich gerne wiederholte.
Ich war immer sehr kreativ und begebe mich gern auf neue Gebiete, in
neue Kulturen, neue Bereiche und neue Untersuchungen. Von der Öffentlichkeit,
der Industrie und dem Establishment wird man hingegen gerne abgestempelt.
Sobald man einmal in einem Bereich erfolgreich war, soll man immer wieder
dasselbe bringen. Ich versuche hingegen, mich persönlich weiterzuentwickeln.
Im letzten Januar hatte ich eine sehr starke Erfahrung, die alles um
180 Grad veränderte, und das, was mir vorher so wichtig erschienen war,
verlor ganz plötzlich an Bedeutung.
Frage: Können Sie mehr darüber sagen?
Antwort: Das kann ich wirklich nicht, denn es ist noch im Gange und
wird noch eine Weile dauern. Ich bewege mich zur Zeit auf eine mystische
Dimension zu, die für mich ein Mysterium ist. Ich habe regelmäßig diese
Zyklen, wenn etwas Neues geboren wird. Aber ich bin noch nicht dort
- es sickert erst durch. Ich verspüre noch immer den großen Wunsch,
an andere Menschen weiterzugeben, was ich bisher geschaffen habe, und
daß andere Menschen meine Arbeit lehren, aber ich glaube nicht, daß
diese Arbeit von jetzt bis zu dem Tag, an dem ich sterben werde, Grundlage
meines Lebensunterhaltes sein wird. In meiner Organisation bringe ich
den anderen gerade bei, ohne mich zurechtzukommen. Ich bin nichts anderes
als eine Beraterin, und ab und zu werde ich unterrichten. Ich bin die
spirituelle Mutter. Ich hänge nicht an alldem. Ich wünschte, diese Arbeit
würde immer mehr durch andere stattfinden und immer weniger durch mich
selbst, damit ich mich mit anderen Niveaus beschäftigen kann, die mehr
mit ekstatischen Bewußtseinszuständen, Erleuchtung und Mystik zu tun
haben. In gewisser Weise bewege ich mich mit der Zeit mit. Aktuell geschieht
da jetzt sehr viel.
Was
nicht heißen soll, daß ich mit Sexualität nichts mehr zu tun habe. Das
stimmt nicht. Ich verbrachte mit meinem Freund gerade vier Monate mit
den verrücktesten sexuellen Praktiken, die an manchen Tagen bis zu fünf
Stunden dauerten und manchmal die ganze Nacht. Wir waren absolut mit
Gott und in Gott und mit der Göttin, und es war ganz wunderbar. Es hat
uns total viel Kraft gegeben. Aber jetzt herrschen Ruhe und Frieden.
Er ist nach Nepal gereist, und ich bin froh, alleine zu sein! Es besteht
da eine gewisse Losgelöstheit von der Verhaftung. Wenn es also passiert,
super. Wenn es nicht passiert, auch super. Ich bin davon nicht abhängig.
Ich fühle mich gerade jetzt sehr sehr stark von der mystischen Dimension
angezogen.
Frage: In Ihrem Buch sprechen Sie von sehr vielen therapeutischen
Instrumenten, die für den Menschen sehr heilsam und kraftspendend sind.
Und es wird auch das Konzept sehr betont, speziell in The Art of
Sexual Magic, daß es unser Geburtsrecht ist, uns ekstatisch zu fühlen,
alles zu haben, was wir wollen - Haus, Auto, Boot - es steht uns zu.
Ich kann mich jedoch des Gefühls nicht erwehren, daß es sich dabei im
Prinzip um eine materialistische und narzißtische Herangehensweise handelt,
die von sehr vielen Menschen jetzt aufgegriffen und spiritueller Weg
genannt wird. Ich frage Sie: besteht da nicht ein Unterschied zwischen
dieser Art von populär-spirituell-therapeutischem Ansatz und authentischer
spiritueller Praxis - bei der man aufrichtig daran interessiert ist,
sich Gott hinzugeben, bei der man versucht, an den Punkt zu gelangen,
wo man ganz ehrlich sagen kann: "Dein Wille geschehe"? Wo es nicht um
mich geht, um das, was ich will, und darum, wie ich zu dem komme, was
ich will?
Antwort: Ja, ja, sicher. Das ist ganz wichtig. Diese Bücher sind
Spiegel meiner eigenen persönlichen Entwicklung. Das erste war das Ergebnis
von vielen vielen Jahren des Forschens überall auf der Welt, des Lehrens
in Indien und des Aufbaus dieser Organisation. Im zweiten erkannte ich,
daß der ekstatische Raum der perfekte Raum dafür ist, den Samen für
eine neue Manifestation oder eine neue Vision zu legen. Darüber spricht
auch Deepak Chopra. Er sagt, wenn man in der "Furche" ist, braucht man
nur den Samen zu legen. In diesem Moment wird der Same eingepflanzt,
und das Universum kümmert sich dann um die Details. Und Tatsache ist,
daß man dann bestimmte Energien anzieht. Aber die Frage ist: Ist das
spirituell?
Frage: Genau. Das tun wir alle in der einen oder anderen Weise
in unserem normalen Leben. Aber ist das spirituell?
Antwort: Ja, stimmt ... nun, es ist sehr heikel. Ich würde sagen
"Dein Wille geschehe" ist ganz sicher die nächste Ebene nach dieser.
Ich sage, daß das alles mit der persönlichen und spirituellen Entwicklung
zu einem bestimmten Zeitpunkt zu tun hat. Alles, wofür man sich früher
interessiert hat, ist dann auch in diesem Bild enthalten - nur daß man
anders wählt und unterscheidet. Man wird sich mehr angezogen fühlen
von "Dein Wille geschehe" als von "Könnte ich nicht bitte einen Cadillac
haben" oder "Ich werde einen Riesenorgasmus haben und dann kann ich
mehr Geld bekommen". Es ist einfach so, daß sich die Werte ganz plötzlich
verlagern und Dinge, die früher wichtig waren, nicht mehr von so großer
Bedeutung sind; das Augenmerk und die Aufmerksamkeit liegen auf den
tieferen Mysterien, dort befinde ich mich derzeit gerade.
Frage: Tiefe spirituelle Erfahrungen sollen das Ego vermindern
oder verbrennen. Die Bedeutung einer spirituellen Erfahrung würde erst
dann deutlich, wenn die Erfahrung vorüber ist und man sieht, was mit
dem Stolz, der Aggression oder der Selbstsucht geschehen ist. Darum
geht es. Nun frage ich Sie: Glauben Sie, daß die Erfahrung sexueller
Ekstase denselben Effekt hat? Dienen Erfahrungen sexueller Glückseligkeit
wirklich demselben Zweck?
Antwort: Ja und nein, ja und nein. Man kann nicht einfach sagen,
daß man durch sexuelle Ekstase all diese Ebenen erreichen wird. Wenn
aber die sexuelle Tantra-Praxis in den Kontext anderer spiritueller
Techniken gestellt wird - zum Beispiel, wenn es in einer Weise geschieht,
die den Körper mit einschließt, aber auch das Herz, den Verstand, die
Seele -, dann wird sie komplett, sie integriert sich in eine vollständige
Praxis, in diesem Fall würde ich sagen, ja. Weil es die ganze Sache
beschleunigt, wissen Sie.
Frage: Sie sagen also, daß andere spirituelle Praktiken mit
eingeschlossen werden müssen, dann kann es funktionieren. Wenn aber
nicht -
Antwort: Ja. Ja, wenn nicht, dann wird man vermutlich süchtig nach
tollen Orgasmen und wird wahrscheinlich ein sehr strahlender und glücklicher
Mensch, aber man kommt nicht notwendigerweise weiter.
Frage: Diese Gewichtung wird in ihren Büchern nicht sehr deutlich.
Antwort: In der Praxis wird es klar. Ich mußte einen Weg finden,
das, was ich aus Indien mitgebracht hatte, zu übertragen, denn es handelte
sich um Dinge, die weit über das Verständnis der Menschen hinausgingen.
Als ich von meinen schwindelnden Höhen hierher zurückkam, wenn da nicht
Jeremy Tarcher gewesen wäre, der zu einer Art von Verleger-cum-Mentor
wurde und mir half, all das so zu übertragen, daß damit die amerikanische
Öffentlichkeit erreicht werden konnte, hätte ich vermutlich aufgegeben
und keine Möglichkeit gefunden, es dem Publikum zugänglich zu machen,
was jedoch jeder Verleger natürlich von dir verlangt. Und gleichzeitig
dabei mit alldem im Reinen zu bleiben.
Frage: Sie sagen also, daß, wenn jemand Tantra ernsthaft als
spirituellen Weg beschreitet und nicht nur als eine Art von Therapie
oder Erholung, dann ist das eine sehr ernste Sache. Meinem Gefühl nach
ist nichts Falsches daran, modernes Tantra oder sexuelle Magie als eine
Art von Therapie zu präsentieren. Wenn es allerdings als spiritueller
Weg präsentiert wird, dann ist das etwas anderes. Das verlangt ungeheure
Hingabe, Engagement und Aufrichtigkeit. Tatsache ist aber, daß nicht
sehr viele Leute daran interessiert sind. Es geht mir also immer noch
darum klarzustellen, worüber wir hier eigentlich sprechen.
Antwort: Warten Sie bitte. Ich möchte Sie unterbrechen. Dies ist
etwas, was Sie immer wieder vorbringen. Daran halten Sie fest, und da
sage ich nein. Es gibt Phasen im Leben, da muß man durch - Opfer, Zölibat,
usw., und dann gibt es Phasen, in denen man genau das Gegenteil durchleben
muß, und das eine ist nicht besser als das andere. Es ist so wichtig,
daß man das erkennt. Wenn man nach der eigenen Erleuchtung, nach dem
eigenen spirituellem Wachstum strebt, muß man in alle Bereiche gehen.
Du mußt in die Hölle der Dunkelheit hinabsteigen. Du mußt Dir das Hirn
herausf.... Du mußt den Dandy spielen. Du mußt Kleider von Christian
Dior tragen. Du mußt die besten Speisen kosten. Du mußt in eine Höhle
gehen und meditieren. Alles mußt du gemacht haben. Wenn du es tust,
um zu erwachen, dann ist alles gut … Es ist möglich, auch im Festgewand
ein Mystiker zu sein. Und es ist auch möglich, ein Narr zu sein, der
scheinbar herumspringt und die unsinnigsten Dinge tut und in Wirklichkeit
ein ernsthafter spiritueller Lehrer ist.