Was ist Tantra? Das neue Tantra Das traditionelle Tantra Fragen und Antworten Teil 2 der Fragen und Antworten

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Was ist Tantra?

Tantra ist der Weg der Verehrung des weiblichen und des männlichen Prinzips und der Verehrung ihrer Vereinigung.

Die Gottheiten Shiva und Shakti spiegeln die beiden Aspekte des göttlich Weiblichen und des göttlich Männlichen wieder.

Jeder Mensch, ob Mann oder Frau, hat beide Anteile in sich und ist somit fähig, die beiden Anteile in sich zur Vereinigung zu bringen.

Unsere Sehnsucht nach der Vereinigung mit einem Partner entspringt eigentlich der Sehnsucht nach der Vereinigung des Weiblichen und des Männlichen in uns.

Der Sex ist eine Möglichkeit, uns diesem Zustand anzunähern, aber nicht die einzige.

Stelle Dir einmal für einen Augenblick vor, wie Dein Leben verlaufen könnte, wenn Du in Deinem Partner / Deiner Partnerin das Göttliche sehen könntest, Shiva oder Shakti, statt über die offene Zahnpastatube oder die falsch gekochten Frühstückseier zu meckern.

Die Voraussetzung dafür ist, dass Du das Göttliche in Dir selbst entdeckst und freilegst.

Tantra und Sexualität

Vielleicht ist Dir schon einmal im Leben das Phänomen begegnet, dass Du eine Partnerschaft mit stürmischer Sexualität begonnen hast, und dann mit der Zeit hat sich alles verflacht.


Man könnte meinen, dass die Sexualität diesen Charakter der Verflachung in sich trägt.

Aber es ist nur das Festhalten am gesellschaftlich vorgegebenen Bild der Sexualität und an alten Mustern, 

nach denen die Sexualität gelebt wird, was sie verflachen lässt.

Und es fehlt das Verständnis, dass die Vereinigung von Mann und Frau ein spiritueller Akt ist.

Die Sexualität vertiefen

Die Spiritualität wird tiefer, je länger wir einen spirituellen Weg praktizieren.

Die Grundhaltung der Verehrung und Hingabe ist der Schlüssel zur spirituellen Dimension in der Sexualität - und zu einem tieferen, erfüllteren Leben.

Das Kostbare
hegen und pflegen

Tantra ist wohl der einzige spirituelle Weg, der die Sexualität achtet und verehrt. Und ebenso geachtet und verehrt wird der Körper. Im Tantra heißt es: „Dein Körper ist Dein Tempel“.

 

In Indien gibt es große Tempel, die der Verehrung des Lingam oder Vajra und der Yoni dienen, also der männlichen und weiblichen Geschlechtsteile. In unserer Gesellschaft werden die Sexualität und vor allem unsere Geschlechtsteile herabgewürdigt.

Respektvolle Begriffe verwenden

Im Bodhana Tantra verwenden wir die Sanskrit-Begriffe (Vajra und
Yoni). Diese Begriffe kommen aus einer Kultur der Verehrung, und erscheinen uns daher geeigneter als die deutschen Begriffe.

Die tantrische Praxis

Tantra ein Weg der Praxis. Das heißt, wir tun etwas. Was wir tun, ist eine Mischung aus altem Wissen und alten Ritualen und moderner wissen-schaftlich fundierter Körperarbeit.

Mit Hilfe von Körperarbeit und Techniken des Yoga kannst Du Blockaden im Energiefluss Deines Körpers auflösen.

Wenn Dein Körper frei von Blockaden ist, dann ist er empfänglich für die unwillkürlichen Bewegungen, die den Zustand der Ekstase ausmachen..

Erregung und Entspannung

Mit Hilfe von Atemtechniken und Visualisierungen lernst Du, in hohen Erregungszuständen entspannt zu bleiben und so Deine Energie zu halten. Das ist wie mit einem Gefäß: Ist es zu klein, läuft es über. Ist es groß genug, kannst Du selbst bestimmen, wann Du es ausleerst.

Entfachen der Lebensenergie

Falls Du es erhoffst oder befürchtest: Wir arbeiten nicht mit sexuellen Übungen im engeren Sinn. Die Sexualität ist der Spiegel unserer Lebensenergie. Unsere Übungen und Rituale entfachen die Lebensenergie und damit die Sexualität.

Wir geben auch keine Hinweise auf sexuelle Praktiken. Statt dessen erhältst Du Hinweise, was Du tun kannst, um tiefer ins Fühlen zu kommen und ekstatischer zu leben. Unter anderem zählt das Aufgeben der Zielorientiertheit im Sex dazu.

Sensibilisierung

Tantra ist der Weg der Sensibilisierung. Die meisten Menschen in unserer Zeit glauben, dass sie intensiver leben, wenn sie sich immer noch größere und stärkere Kicks verschaffen.

Im Tantra gehen wir den umgekehr-ten Weg. Wir gehen tiefer ins Spüren bis zu einem Zustand, in dem uns selbst kleinste Reize in ekstatische Reaktionen versetzen können.

Tantra als Weg der Befreiung

Tantra ist ein Weg der Befreiung:

- Befreiung des Körpers von Blockaden
- Befreiung der Sinne von Taubheit
- Befreiung des Geistes von neurotischem und anhaftendem Verhalten

(Aus: Osho, The Tantric Vision).

 

Tantra und Meditation

In der Tradition des Trantra sind die Körperarbeit und Sensibilisierung kein Selbstzweck.

Wie alle Wege des Ostens führen sie in die Stille.

Wir Menschen des Westens sind allerdings sehr stark konditioniert auf das Handeln. Und deshalb sind die üblichen östlichen Wege der Meditation für uns nur sehr schwer gangbar.

 

Es ist uns nicht damit geholfen, eine Ruhe und Gelassenheit über unser Verhalten zu stülpen, die in uns nicht angelegt ist.

Daher sind für uns die aktiven Meditationstechniken von Osho und der Weg des Tantra so passend, weil sie über die Aktivität in die Stille führen.

Meditation im Westen

Genau betrachtet gibt es auch eine westliche Kultur der Meditation. Die Druiden haben eine ganz klare Ausrichtung auf eine Kultur der Stille und Meditation gelehrt.

In dieser Ausrichtung wurzelten ihre besonderen Fähigkeiten der Heilkunst, Musik und Diplomatie.

Sie lebten ihre Kultur vor dem Hintergund einer sehr lebensfrohen und die Sexualität bejahenden Naturreligion, die dann vom Christentum verdrängt wurde.

 

Im Westen wie im Osten mündet der Weg der Meditation in der Erkenntnis der eigenen Natur einer göttlichen Seele in einem irdischen Körper.

Wurzeln des Bodhana Tantra

Tantra, wie es heute gelehrt wird, hat seine Wurzeln in den hinduistischen Tantren, das sind religiöse Schriften mit Dialogen von Shiva und Shakti.

Der Buddhismus hat das tantrische Konzept des Alleinschließenden übernommen. Tantra wird im Buddhismus als eine Art Geheimlehre praktiziert.

Osho hat die tantrische Kultur des Hinduismus und Buddhismus übernommen und modernisiert. Er beauftragte seine Schülerin Margot Anand, Tantra in den Westen zu bringen. Nahezu jede Tantra-Schule im Westen geht direkt oder indirekt auf Osho und Margot Anand zurück.